
Am 5. November 2026 kam der VHV im Haus der Wirtschaft in Stuttgart zu seiner Mitgliederversammlung zusammen. Rund 30 Mitglieder zogen Bilanz über ein aktives Verbandsjahr, wählten den Vorstand neu und diskutierten mit Staatssekretär Elmar Steinbacher über Verwaltungsmodernisierung.
In seinem Bericht griff Landesvorsitzender Dr. Friedemann Larsen die zunehmend grundsätzliche Diskussion über das Berufsbeamtentum auf. Versorgung, Beihilfe und Besoldung würden immer häufiger unter dem Gesichtspunkt vermeintlicher Privilegien betrachtet. Der VHV tritt dafür ein, das System als Ganzes zu sehen und dabei insbesondere die Anforderungen an Fach- und Führungskräfte des höheren Verwaltungsdienstes im Blick zu behalten. In der anschließenden Aussprache wurde unter anderem diskutiert, dass die öffentliche und mediale Wahrnehmung des öffentlichen Dienstes dessen tatsächliche Arbeit und Rahmenbedingungen nicht immer zutreffend abbildet.
Auch 2026 war der VHV vielfältig aktiv: mit der Arbeitstagung in Herrenberg, dem Positionspapier zur Besoldung des höheren Verwaltungsdienstes und der Mitgliederausfahrt an die Universität Heidelberg sowie in den Gremien von BBW und BVHD. Seit der letzten Mitgliederversammlung erreichten den Verband zehn Rechtsschutzanfragen. Die Mitgliederzahl stieg trotz des Todes von zehn Mitgliedern von 405 auf 413.
Der Jahresabschluss 2025 schloss mit einem Defizit. Neben höheren laufenden Kosten wirkten sich insbesondere die gestiegenen Aufwendungen für Veranstaltungen und Verbandsleben aus. Aus der Aussprache erhielt der neue Vorstand den Auftrag, Einsparmöglichkeiten zu prüfen und zur nächsten Mitgliederversammlung einen Vorschlag zur künftigen Beitragshöhe vorzulegen. Auch eine Anhebung des Mitgliedsbeitrags ist nicht ausgeschlossen. Die Schatzmeisterin wurde bei eigener Enthaltung, der Vorstand einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen entlastet.
Bei den Wahlen wurde Dr. Friedemann Larsen als Landesvorsitzender bestätigt. Tatjana Strohmaier bleibt erste Stellvertreterin, Dietmar Krauss wurde zum zweiten Stellvertreter gewählt. Dem Vorstand gehören außerdem Lutz Mai, Dr. Clemens Homoth-Kuhs, Bernhard Freisler und Sebastian Karl an. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig bei Enthaltung der jeweils Betroffenen.
Nicht mehr für den Vorstand kandidierte Dr. Helmut Messer nach 27 Jahren Vorstandstätigkeit. Der VHV dankt ihm für sein langjähriges und verlässliches Engagement, zuletzt insbesondere in der Mitgliederverwaltung. Zu Rechnungsprüfern wurden erneut Dietmar Stengele und Prof. Dr. Ulrike Plate gewählt.
Mit dem öffentlichen Teil stand anschließend die Verwaltungsmodernisierung im Mittelpunkt. Staatssekretär und Amtschef Elmar Steinbacher gab unter der Überschrift „Mehr Vertrauen, schnellere Verfahren, weniger Bürokratie – wie gelingt Verwaltungsmodernisierung in der Praxis?“ zunächst einen Impuls und diskutierte anschließend mit Mitgliedern und Gästen.
Im Fokus standen der wachsende Handlungsdruck auf die Verwaltung, der Abbau von Dokumentations- und Berichtspflichten, die Arbeit der Zukunftskommission von Land und Kommunen sowie die Frage, wie Digitalisierung Abläufe tatsächlich vereinfachen kann. Hinzu kamen mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsspielräume, Führung und Fehlerkultur sowie der Umgang mit bestehenden Standards und Vorgaben.
Die Diskussion griff diese Punkte mit zahlreichen Erfahrungen aus Landes- und Kommunalverwaltung auf. Wiederholt ging es darum, wie sich Verfahren vereinfachen und Spielräume erweitern lassen, ohne Verlässlichkeit und rechtsstaatliche Standards zu schwächen.
Ob die Reformen tragen, wird sich daran zeigen, ob sie den Verwaltungsalltag tatsächlich einfacher machen.
Den Austausch über die Zukunft der Verwaltung setzt der VHV im kommenden Jahr fort: Die nächste Arbeitstagung findet am 23. und 24. April 2027 in Herrenberg statt. Für den Freitagnachmittag hat Ministerpräsident a. D. Winfried Kretschmann seine Teilnahme zugesagt.