Verband des höheren
Verwaltungsdienstes
Baden-Württemberg
25. September 2026

Mitgliederausfahrt des VHV 2026

Zwischen Spitzenforschung, Universitätstradition und offenem Diskurs

  • Mitglieder des VHV bei der Ankunft auf dem Campus der Universität Heidelberg im Neuenheimer Feld.
    Foto: Wiedmann
    Die VHV-Reisegruppe bei der Ankunft auf dem Campus im Neuenheimer Feld.
  • Der VHV-Vorsitzende spricht während der Busfahrt nach Heidelberg mit einem Mikrofon zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Foto: Wiedmann Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn der VHV-Mitgliederausfahrt nach Heidelberg.
  • Blick über Gebäude und Grünflächen des Campus im Neuenheimer Feld vor den bewaldeten Höhen bei Heidelberg. Foto: Larsen Blick über den Campus im Neuenheimer Feld mit den umliegenden Höhenzügen.
  • Prof. Dr. Peer Fischer erläutert einer sitzenden Besuchergruppe Forschungsinhalte anhand einer Präsentation. Foto: Larsen Prof. Dr. Peer Fischer gibt der VHV-Gruppe einen Einblick in die Forschungsarbeit des IMSEAM
  • Technische Forschungsanlage mit Metallkammern, Leitungen und Messkomponenten in einem Labor des IMSEAM. Foto: Larsen Blick auf eine Forschungsanlage während der Laborführung am IMSEAM.
  • Eine Mitarbeiterin erläutert Besucherinnen und Besuchern technische Anlagen in einem Forschungslabor. Foto: Wiedmann Bei der Laborführung erhielten die Mitglieder unmittelbare Einblicke in die Forschungsarbeit des Instituts.
  • Rektorin Prof. Dr. Frauke Melchior begrüßt eine Gruppe von Mitgliedern des VHV in der Alten Universität Heidelberg. Foto: Krauss Rektorin Prof. Dr. Frauke Melchior begrüßte die VHV-Gruppe in der Alten Universität.
  • Innenansicht der historischen Alten Aula der Universität Heidelberg mit reich verzierter Holzdecke, Emporen und Wandmalereien. Foto: Larsen Die traditionsreiche Alte Aula bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu den zuvor besuchten modernen Forschungsstätten.
  • Joost Punstein spricht vor Besucherinnen und Besuchern in der historischen Alten Aula der Universität Heidelberg. Foto: Krauss Joost Punstein vermittelte der Gruppe Einblicke in Geschichte und Tradition der Universität Heidelberg.
  • Rückansicht des sanierten historischen Hauses Buhl in Heidelberg mit heller Fassade, Fensterläden und Gartenbereich. Foto: Larsen Das sanierte Haus Buhl ist Sitz des Heidelberg Forums Demokratie, Wissenschaft und Gesellschaft.
  • Mitglieder des VHV stehen in einem modernen Konferenzraum des Hauses Buhl mit sichtbaren historischen Fachwerkbalken. Foto: Larsen Historische Fachwerkkonstruktion und moderne Tagungsräume prägen das sanierte Haus Buhl.
  • Marietta Fuhrmann-Koch spricht in einem Saal des Hauses Buhl zu einer Gruppe von VHV-Mitgliedern. Foto: Stengele Marietta Fuhrmann-Koch stellte den VHV-Mitgliedern die Aufgaben und Ziele des Heidelberg Forums vor.
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer der VHV-Mitgliederausfahrt sitzen gemeinsam an einem langen Tisch beim Abendessen. Foto: Stengele Beim gemeinsamen Abendessen in der Kulturbrauerei klang die Mitgliederausfahrt in geselliger Runde aus.

Die Mitgliederausfahrt des VHV führte in diesem Jahr an die Universität Heidelberg. Eine 17-köpfige Gruppe erhielt Einblicke in aktuelle Spitzenforschung, die Geschichte der Universität und die Frage, wie Wissenschaft und Gesellschaft miteinander im Gespräch bleiben können.

Eine 17-köpfige Gruppe des VHV machte sich am 25. September auf den Weg nach Heidelberg. Der Tag führte vom Forschungsstandort im Neuenheimer Feld über die Alte Universität bis zum neu eröffneten Haus Buhl in der Heidelberger Altstadt.

Erste Station war das Neuenheimer Feld. Nach einem Rundgang durch den neuen audiMAX und einem Überblick über den weitläufigen Campus ging es weiter zum Institute for Molecular Systems Engineering and Advanced Materials (IMSEAM). Dort stellte Prof. Dr. Peer Fischer die Arbeit des Instituts vor. Anschließend erhielt die Gruppe in den Laboren unmittelbare Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und die dafür eingesetzte technische Infrastruktur.

Wie eng diese Forschung mit der Exzellenzstrategie verbunden ist, wurde dabei schnell deutlich. Die Universität Heidelberg hat ihren Status als Exzellenzuniversität im März 2026 erneut bestätigt. Das Forschungsfeld „Engineering Molecular Systems“, aus dem das heutige IMSEAM hervorgegangen ist, wurde im Rahmen der Exzellenzstrategie aufgebaut. Auch die besuchten Arbeitsgruppen sind unmittelbar in die Exzellenzforschung eingebunden: Prof. Dr. Peer Fischer ist am Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order“ beteiligt, Prof. Dr. Christine Selhuber-Unkel ist dessen Heidelberger Sprecherin. Der gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie getragene Cluster verbindet Natur- und Ingenieurwissenschaften und entwickelt neue Ansätze der additiven Fertigung vom molekularen bis zum makroskopischen Maßstab.

Beeindruckend war dabei nicht nur die technische Ausstattung. Die wissenschaftliche Arbeit wurde mit großer Anschaulichkeit und erkennbarer Begeisterung vermittelt – ein Eindruck, der die Gruppe durch den weiteren Tag begleitete.

Am Nachmittag ging es in die Heidelberger Altstadt. In der Alten Universität begrüßte Rektorin Prof. Dr. Frauke Melchior die VHV-Mitglieder persönlich. Neben der Geschichte der 1386 gegründeten Universität sprach sie auch über eine Frage, die weit über den Hochschulalltag hinausreicht: den Wert einer offenen Diskurs- und Diskussionskultur. Universität müsse ein Ort bleiben, an dem unterschiedliche Positionen wissenschaftsgeleitet und respektvoll miteinander diskutiert werden können. Dass dieser offene Diskursraum keineswegs selbstverständlich ist und auch unter Druck geraten kann, beschäftigt die Universität Heidelberg seit längerem.

Das Thema traf auch beim VHV auf großes Interesse. Offener und sachlicher Austausch gehört ebenso zu unseren Gesprächs- und Diskussionsformaten mit Politik, Verwaltung und anderen Funktionsträgern. Gerade in aufgeregten und schnelllebigen Zeiten ist es wichtig, unterschiedliche Positionen nicht vorschnell gegeneinander abzuschotten, sondern im Gespräch zu bleiben.

Nach dem Besuch der Alten Aula griff die nächste Station diesen Gedanken auf ganz eigene Weise auf. Das Haus Buhl verbindet Heidelberger Universitätsgeschichte mit einer neuen Aufgabe. Das barocke Palais wurde 1722 für den Hofgerichtsrat und Mathematikprofessor Friedrich Gerhard von Lünenschloß errichtet. 1889 erwarb es der Rechtswissenschaftler und Heidelberger Universitätsprofessor Heinrich Buhl, der es 1907 der Universität vermachte.

Nach umfassender Sanierung wurde das Haus im Juni 2026 wiedereröffnet. Heute beherbergt es das Heidelberg Forum Demokratie, Wissenschaft und Gesellschaft. Das Forum soll Wissenschaft und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch bringen und Raum für Debatten über Demokratie, Wissenschaftsfreiheit und gesellschaftliche Verantwortung schaffen. Damit erhält der zuvor angesprochene Gedanke des offenen Diskurses einen ganz konkreten Ort.

Marietta Fuhrmann-Koch, Geschäftsführende Direktorin des Forums, stellte der Gruppe das Konzept und die künftigen Aufgaben vor. Dabei war unmittelbar zu spüren, mit welchem persönlichen Einsatz sie dieses noch junge Forum aufbaut. Auch die Verbindung von historischer Bausubstanz und moderner Architektur machte den Besuch des Hauses Buhl zu einem besonderen Programmpunkt.

Beim anschließenden Abendessen in der Kulturbrauerei blieb Zeit, die vielen Eindrücke des Tages aufzugreifen und sich untereinander auszutauschen.

Ein solches Programm wäre ohne intensive Vorbereitung nicht möglich gewesen. Unser herzlicher Dank gilt deshalb Joost Punstein und Dr. Biskup, die den Besuch in Heidelberg umfassend vorbereitet, organisiert und vor Ort begleitet haben. Ebenso herzlich danken wir unserem Vorstandsmitglied Dr. Helmut Messer, mit dem die Mitgliederausfahrt gemeinsam geplant und organisiert wurde.

Am Ende blieb nicht nur der Eindruck einer Universität mit großer Geschichte und hervorragenden Forschungsbedingungen. Vor allem die persönlichen Begegnungen und die Offenheit, mit der über Forschung, Universität und ihre gesellschaftliche Verantwortung gesprochen wurde, machten den Tag besonders. Viel Stoff also für die Gespräche auf der Rückfahrt nach Stuttgart – und darüber hinaus.